Palmöl – Wie Ölpalmen den Regenwald zerstören

Sicher hast du den Rummel wegen Palmöl schon mitbekommen. Es wird viel darüber berichtet. Oft ist die Aufregung darüber sehr groß. Es kann in den Süßigkeiten und Fertigprodukten vorkommen. Viele Pharma- und Chemieprodukten enthalten es. Auch dem Kraftstoff wird es beigemengt. Wir kennen es als Biodiesel. Doch warum dieser Tumult um etwas, dass wir tagtäglich verwenden? Lies weiter und wir klären dich auf.

Was ist Palmöl? Wie wird es hergestellt?

Dieses Öl wird, wie der Name ja schön verrät, aus der Ölpalme gewonnen. Sowohl aus dem Fruchtfleisch als auch aus den Kernen der Frucht. Aus dem Fruchtfleisch wird Palmöl und aus den Kernen Palmkernöl produziert. Es besteht zu 80 % aus gesättigten Fettsäuren. Das Verfahren, um Öl zu gewinnen, läuft folgendermaßen ab. Zuerst werden die Früchte sterilisiert. Danach presst man sie. Daraus entsteht das rohe Palmöl. Das Palmkernöl, das aus den Kernen gewonnen wird. Man gewinnt es durch ein ähnliches Verfahren. Hier werden aber die Kerne zuerst getrocknet, dann gemahlen und zum Schluss gepresst. Im Palmöl Kompass findet ihr noch mehr Informationen dazu.

Woher kommt Palmöl?

Die Ölpalmen findet man in den tropischen Ländern. Etwa drei Viertel des Öls kommt aus dem südostasiatischen Raum. Die Länder Indonesien und Malaysia haben die höchste globale Produktion. Doch auch Kolumbien in Südamerika liefert eine große Menge des Palmöls, gefolgt von Brasilien. Die Brasilianer nennen das Palmöl übrigens das “grüne Erdöl”.

Warum ist dieses Öl so begehrt?

Die Menschen verwenden Palmöl weltweit am häufigsten. Hauptsächlich ist es bei den Unternehmen aus zwei Gründen so begehrt. Ersten ist diese Ölpflanze sehr ergiebig. Alle Ölpalmen zusammen liefert durchschnittlich 3,4 t Öl pro ha Fläche. So erzielt man den höchsten Ertrag von allen Ölpflanzen. Soja beispielsweise hat durchschnittlich einen Ertrag von 0,36 t Öl pro Hektar. Aus Raps produziert die Landwirtschaft etwa 0,68 t pro ha. Palmöl hat also einen geringeren Flächenverbrauch pro Tonne Öl. Zweitens ist es dank seiner Eigenschaften in vielen Bereichen einsetzbar.

Warum ist Palmöl dann eigentlich so verpönt?

Im Grunde ist der nachwachsende Rohstoff mit seiner Ergiebigkeit nicht schlecht. Doch leider bringt die Produktion dieses Öls einige negative Folgen mit sich und schadet dem Regenwald.

  • Viele Bauern roden den Regenwald.
  • Die Rodungen vernichten den Lebensraum zahlreicher Tierarten.
  • Jede Reduktion des Regenwaldes fördert den Klimawandel.

Auch die Initiative des WWF, Roundtable for Sustainable Palm Oil (RSPO), für nachhaltige Anbaumethoden, ist nicht die alleinige Lösung.

Trotz der RSPO-Zertifizierung bauen die Farmer das Öl unter Bedingungen an, die sowohl die Bodenqualität also auch die biologische Vielfalt beeinträchtigen. Die Entwaldung wird damit auch nicht gänzlich ausgeschlossen. Vielleicht würde es helfen, wenn der Anbau in Bio-Qualität erfolgen würde. Aber Bio-Palmöl baut fast niemand an. Von der gesamten Anbaufläche sind es derzeit gerade einmal 0,02 %.

Lebensraum der Orang-Utans zerstört

Zwar gibt es keine ganz genauen Zahlen, doch 1999 lebten noch rund 150.000 Orang-Utans auf der Insel Borneo. Inzwischen gibt es dort nur mehr zwischen 50.000 und 100.000 der dort heimischen Menschenaffen. Die Anzahl der Tiere ist seit Jahren kontinuierlich am Sinken. Das verursachen die Bauern, die den tropischen Regenwald zugunsten von Palmöl auf der Insel fortlaufend abholzen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Samen, Blättern, jungen Trieben und Rinde. Ihre Nahrungsquelle und ihr Zuhause wird ihnen also durch die Rodung entzogen. Somit gibt es immer weniger Orang-Utan (bedeutet Menschen-Wald) in den verbleibenden Bäumen.

Was man tun kann

Jeder von uns bestimmt das Angebot durch seinen Konsum. Daher hat jeder Mensch durch sein Konsumverhalten die Chance seinen persönlichen Beitrag zu leisten. Durch bewusstes einkaufen kann man also das Klima schützen und den tropischen Regenwald erhalten. Außerdem helfen wir die Artenvielfalt zu bewahren. Nicht zu vergessen ist, dass wir Palmöl sparen, wenn wir auf unnötige Autofahrten verzichten, weil es im Biodiesel enthalten ist. Auch unsere öffentliche Meinung sollten wir kundtun. Nur so kann erreicht werden, dass nachhaltiges Denken der Firmen belohnt wird und nicht umweltschädliche Maßnahmen durch Subventionen gefördert werden.

Aktiv mithelfen können

Einkaufen:

Seit Dezember 2014 müssen Lebensmittel mit Palmöl diesen Inhaltsstoff ausweisen. Bei Putz- und Waschmitteln sowie Kosmetikprodukten verbirgt sich das Palmöl allerdings öfter hinter zahlreichen chemischen Fachausdrücken. Wer Palmöl freie Alternativen für Kosmetika, Lebensmittel und weitere Produkte sucht, der kann im Handel oder Internet danach suchen.

Ernährung:

Nach Möglichkeit selbst Kochen, denn dann weiß man was drinnen ist. Außerdem kann man so auf ungesättigte und gesättigte Fettsäuren achten, was der Gesundheit zugutekommt. Bei gekauften Produkten auf das Güte-Siegel und Bio-Qualität achten.

Kraftstoff:

Palmöl sollte nicht auf Kosten der Tiere und der Umwelt in unseren Tanks sein. Weniger Fahrten mit dem Auto und Organisationen die diese Vorgehensweise bekämpfen zu unterstützen, würde etwas helfen.

Veränderung im System:

Hersteller und Einzelhändler sollten mehr aufgefordert werden, eine umweltschonende und nachhaltige Produktion von Palmöl zu garantieren. Nachhaltiges Verhalten sollte mehr gefördert und honoriert werden.

Hilfreiche Seiten und Apps

Wer ab jetzt umweltbewusster sein möchte und auf Palmöl verzichten will, dem stehen einige hilfreiche Features zur Auswahl. So kann man sich zum Beispiel auf Internetseiten vor dem Kauf darüber informieren, ob ein bestimmtes Produkt Palmöl enthält. Aber auch Apps für iPhone und Android stehen zur Verfügung. Wenn jeder nur etwas mehr auf seinen Palmöl-Konsum achtet, dann ist das zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Doch steter Tropfen höhlt den Stein. Also lasst und alle zusammenhelfen und unserer Mutter Erde und damit uns selbst etwas Gutes tun!

Autor: Nicole Schäfer

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