Mikroplastik – wie gefährlich ist es und was kannst du tun?

Sicherlich hat der ein oder andere schon einmal etwas von Mikroplastik gehört. Aber was ist das? So werden die festen und unlöslichen synthetischen Polymere, also Kunststoffe, genannt. Sie sind kleiner als 5 Millimeter und kommen immer häufiger in unserer Umwelt vor. Nicht nur der zunehmende Müll im Meer ist ein Problem. Es befindet sich mittlerweile in der Luft, im Wasser und im Boden. Die Frage ist, wie es da hinkommt und wie schädlich es tatsächlich ist. In diesem Artikel gehen wir auf diese Fragen ein.

Im Wasser schwimmt jede Menge Plastik

Viele werde jetzt aus allen Wolken fallen, aber es ist leider so. Mikroskopisch kleine Plastikpartikel befinden sich in unserer Wäsche und werden beim Waschen gelöst. So gelangen sie dann ins Abwasser und weiter in die Kläranlage. Denn eine Waschmaschine kann, trotz Sieb diese kleinen Teile nicht auffangen. Pro Waschgang lösen sich bis zu 2.000 winzige Kunststofffasern.

Aber das war noch nicht alles. Mikroplastik landet zu 35 Prozent im Meer. Wie das? Das Plastik im Meer stammt von Faserabrieben die von der Textilwäsche herstammen. Das ergab eine Studie der “International Union for Conservation of Nature”. Somit sind die Textilfasern die als Mikroplastik im Meer landen, der Meeresverschmutzer nur eins auf der Rangliste.

Photo by Brian Yurasits on Unsplash

Der Plastikmüll an Land

Noch gravierender ist das Problem sogar an Land. Es hängt davon ab, welche Umgebung man unter die Lupe nimmt. Es kann hier bis zu 23-mal mehr mikroskopisch kleines Plastik als im Ozean geben. In die Umwelt gelangt es durch die industrielle Nutzung, sowie durch die Endverbraucher. Also nicht nur der Plastikmüll im Meer macht der Umwelt zu schaffen, sondern auch der an Land. Viele werfen achtlos ihren Müll weg, obwohl dieser nicht verrottet. Der Alterungs- und Zerfallsprozess, lässt dann Mikroplastik entstehen. Eine Plastikflasche braucht schätzungsweise bis zu 450 Jahre, um sich zu zersetzen. Genau kann man das aber nicht sagen, da es diese Flaschen noch nicht einmal annähernd so lange gibt. Doch sicher ist, dass sie unseren Ur-Ur-Ur-…. Enkeln noch erhalten bleiben. 

Auch in Wasserflaschen zu finden

Übrigens wurden auch Mikropartikel aus Plastik in Flaschenwasser gefunden. Forscher, der Münster Universität, konnten das in einer Studie nachweisen. Es wurden 38 unterschiedliche Mineralwasser unter die Lupe genommen. Alle davon enthielten Mikroplastik das oft kleiner war als ein rotes Blutkörperchen.

Interessanterweise fanden die Forscher in Mehrwegflaschen mehr Teilchen als in Einwegflaschen, die eigentlich als Plastikmüll gelten. Hier waren es bis zu 300 Partikel pro Liter. Vermutlich rauen die Innenseiten der Flaschen bei der Reinigung auf, da sie bis zu 50 Mal wiederverwertet werden. Die Teilchen lösen sich dann und schwimmen im Trinkwasser.

Plastikteilchen in der Luft

Das mikroskopisch kleine Plastik, das verrottet, kann sich dann in der Luft verteilen. Wissenschaftler haben schon lange vermutet, dass mikroskopisch kleines Plastik in der Atmosphäre schwebt. Durch Regentropfen und Schneeflocken verteilt es sich dann wieder am Boden. Forscher haben mittlerweile Kleinstteilchen davon in verschiedenen Schneeproben nachgewiesen. Das heißt, der Müll aus Plastik lebt in einem ewigen Kreislauf: Boden – Luft – Wasser – Boden und so weiter. Weil die Teilchen so klein sind wie Staub, kann der Wind sie auch überall, rund um die Welt, hintragen. 

Mikroplastik in Kosmetik

Auch in der Kosmetik wird der mikroskopisch kleine Kunststoff sehr gerne eingesetzt. Und das nicht nur in ungewöhnlich teuren Cremen oder beim Schönheitschirurgen. Zu finden sind die Partikel aus Plastikmüll im Peeling, in der Zahnpasta, im Duschgel, im Shampoo und so weiter. Also Produkte des täglichen Gebrauchs sind damit angereichert. Nimmt man seine Zahnpasta- oder Peeling-Tube einmal genauer unter die Lupe, wird man sicher schnell fündig. Hier sind einige Abkürzungen, die sich am häufigsten auf Packungen befinden können:

  • Acrylates Copolymer AC
  • Acrylates Crosspolymer ACS
  • Nylon-12 Nylon-12
  • Nylon-6 Nylon-6
  • Polyacrylat PA
  • Polyethylen PE
  • Polyethylenterephtalat PET
  • Polymethylmethacrylat PMMA
  • Polypropylen PP
  • Polystyren PS
  • Polyurethan PUR

Eine Mikroplastik App, die zum Download zur Verfügung steht, erleichtern die Suche nach Mikroplastik in Kosmetika.

Wir nehmen Mikroplastik im Körper auf

Es wird von Forschern befürchtet, dass sich die Plastikpartikel, die wir durch Trinken oder Essen aufnehmen, in unserem Gewebe einlagern. Natürlich hat unser Körper einen natürlichen Abwehrmechanismus gegenüber Partikel. Doch Mikropartikel sind aus einer anderen Zusammensetzung und könnten durch Einlagerung Entzündungen hervorrufen. Zurzeit gibt es aber noch keine stichhaltigen Beweise dafür.

Auch ob wir Mikroplastik über die Luft aufnehmen können, sowie die möglichen Auswirkungen auf den Körper, ist noch völlig unerforscht. Welche Folgen es auf lange Sicht hat, wenn sich die Teilchen in der Lunge festsetzen, ist noch vollkommen unklar. Die Wissenschaftler arbeiten noch daran mehr Fakten zu sammeln und in einiger Zeit stichhaltige Beweise zu liefern.

Auch mancher Teebeutel enthält Mikroplastik

Man sitzt zu Hause und will eine Tasse Tee trinken. Eigentlich etwas ganz normales und wir denken nicht weiter darüber nach. Doch betrachten wir die Sache genauer, werden wir feststellen, dass im Aufgussbeutel Mikroplastik lauert. Eine Studie von Forschern der McGill University in Montreal in Kanada zeigt uns, dass Teebeutel Mikro-Kunststoffteilchen freigeben. Ganz besonders die edleren Sorten in Pyramiden Beutel aus Kunststoff sind damit gemeint. Meist sind die Teebeutel jedoch nicht aus Kunststoff, sondern aus Papier. Sie sind davon nicht oder nur in geringerem Maße betroffen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft Tee in seiner natürlichen Form.

Photo by Nathan Dumlao on Unsplash

Plastik ganz einfach ersetzen 

Der Plastikmüll im Meer nimmt überhand. Und auch im arktischen Meereis wurde schon Mikroplastik gefunden. Es ist bereits stärker belastet als bisher angenommen. Daher ist es Zeit etwas zu ändern. Aber was kann man machen, um mehr auf die Umwelt zu achten und den oft unnötigen Müll zu vermeiden?

  • Verpackte Lebensmittel vermeiden: Es muss nicht immer eine Plastikverpackung verwendet werden, um zum Beispiel Obst, Gemüse oder Wurst zu kaufen. Einen Behälter oder eine mitgebrachte Stofftasche oder ein Netz können auch dafür verwendet werden.
  • Trinkwasser in der Flasche: Es ist meist nicht notwendig sich Plastikflaschen zu kaufen. Sport- oder Glasflaschen kann man auch von zu Hause mitnehmen und mit Leitungswasser, Tee oder Saft befüllen.
  • Frischhaltefolie muss nicht sein: Viele wickeln ihr übrig gebliebenes Essen oder das Jausenbrot für unterwegs in Frischhaltefolie ein. Muss nicht sein. Wie wäre es das Essen in eine Box zu legen oder ein Bienenwachstuch zu verwenden? Das wiederverwendbare Tuch aus Baumwolle und Bienenwachs hält die Lebensmittel auch frisch.

Natürlich gibt es noch viele weitere Tipps dazu, wie man Plastikmüll vermeiden kann. Doch das wäre schon einmal ein Anfang. Schritt für Schritt kann man den Austausch von Plastik zu Naturprodukten  steigern. Steter Tropfen höhlt den Stein! Habt Ihr noch weitere Vorschläge, wo man ganz leicht Plastik in Eigeninitiative vermeiden kann.

Auf Eure Vorschläge freut sich

Nicole Schäfer

Beitragsbild: Photo by Antoine GIRET on Unsplash

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