Depression – Was ist das und wie gehe ich damit um?

Viele, die an einer Depression leiden, werden oft nicht verstanden. In den meisten Fällen haben sie zwar alles was sie brauchen, um glücklich zu sein. Dennoch sind sie es nicht. Die Krankheit wird häufig unterschätzt und von anderen belächelt. Schätzungen zu Folge leiden aber weltweit bereits etwa 350 Millionen Menschen daran. Die Dunkelziffer ist jedoch um einiges höher.

Was ist eine Depression?

Viele wollen nicht hören, dass es sich um eine psychische Erkrankung handelt. Doch laut Ärzten ist es das. Das Wort “Depression” kommt übrigens aus dem lateinischen. Es bedeutet so viel wie „niederdrücken“. Die Seele der Betroffenen leidet tagtäglich darunter. Ihnen fehlt jeglicher Antrieb und sie fühlen sich außerdem als wären sie in einem tiefen Loch gefangen.

Vergleichbar ist diese Krankheit übrigens mit der Trauer eines gesunden Menschen wie zum Beispiel nach dem Tod eines geliebten Angehörigen. Doch diese Traurigkeit wird weniger und verschwindet nach einiger Zeit. Aber anders als bei dieser Art von Trauer, helfen keine Ablenkungen oder Aufmunterungen, um sich besser zu fühlen. Daher sollte eine Depression unbedingt professionell behandelt werden.

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Welche Anzeichen für eine Depression gibt es?

Es gibt jedoch einige Symptome, die eine Depression erkennen lassen. Man sollte sich selbst, aber auch andere auf folgende mögliche Anzeichen beobachten.

Das Verhalten

  • Will das Haus nicht mehr verlassen
  • Zieht sich von Freunden und Familie zurück
  • Die Arbeit gelingt nur sehr schwer
  • Kann sich nicht konzentrieren
  • Alkohol oder Beruhigungsmittel werden des Öfteren eingenommen

Die Gedanken 

  • Fühlt sich als Versager
  • Gibt sich die Schuld für alles
  • Fühlt sich wertlos
  • Sieht keinen Sinn im Leben
  • Denkt, er ist eine Belastung für andere

Die Gefühle

  • frustriert
  • traurig
  • schuldig
  • wertlos
  • unentschlossen
  • müde
  • unglücklich

Der Körper

  • Schlafstörungen, Alpträume
  • Essstörung
  • einhergehend mit starkem Gewichtsverlust oder erheblicher Zunahme
  • Abgeschlagen, schwach
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darmbeschwerden

Männer und Frauen

Jeder kann an einer Depression leiden. Bei Männern werden sie allerdings weniger oft diagnostiziert. Das kann aber daran liegen, dass das männliche Geschlecht damit anders umgeht als Frauen. Sie empfinden es als unmännlich sich schwach zu zeigen und versuchen stattdessen mit der Krankheit alternativ umzugehen. Es kommt vor, dass ein Mann aggressiver wird, reizbar ist oder schneller mit dem Auto fährt. Ändert sich sein Verhalten nicht wieder, kann es ein mögliches Anzeichen sein.

Laut einer Studie leiden Frauen übrigens doppelt so häufig an einer Depression als Männer. Ursachen sind zum Beispiel die Doppelbelastung, Gewalt, Wechseljahre oder Geburt. Es hat sich gezeigt, dass Frauen eher zu Beruhigungsmittel greifen als zu Alkohol. Die Männer hingegen trinken mehr Alkohol. Wenn es darum geht sich Hilfe zu holen, sind Frauen eher dazu geneigt als Männer.

Kinder und Jugendliche

Leider wird jedoch eine Depression bei Kindern leicht übersehen. Das liegt auf der einen Seite daran, dass die Symptome wie Angst oder Traurigkeit weniger ernst genommen werden. Auf der anderen Seite sind die Anzeichen aber oft anders als bei Erwachsenen. Kleine Kinder beschreiben ihre Depression oft mit Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen. Ihnen fehlt noch die Fähigkeit Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit usw. zu benennen. Dennoch ist es wichtig Kinder ernst zu nehmen.

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Mögliche Symptome einer Depression bei Kindern

Kinder von 1 bis 3

  • sind ängstlich und schüchtern
  • sind schnell aggressiv oder weinen schnell  
  • wiegen sich hin und her
  • lutschen intensiv am Daumen
  • sind sehr anhänglich
  • wollen nicht spielen
  • wirken sehr traurig
  • schlafen schlecht

Kinder von 3 bis 6

  • schlafen schlecht, leiden unter Alpträumen
  • haben keine Freunde
  • ziehen sich zurück
  • verlieren stark Gewicht oder nehmen zu
  • reagieren aggressiv
  • zeigen kaum Gestik und Mimik
  • wirken traurig oder apathisch

Kinder von 6 bis 12

  • fühlen sich vernachlässigt
  • haben veränderte Essgewohnheiten
  • bringen schlechte Leistung in der Schule
  • leiden an unbegründeten Schuldgefühlen
  • denken viel nach
  • haben Konzentrationsstörungen
  • denken und sprechen über Suizid
  • leiden unter starken Ängsten

Kinder von 13 bis 18

  • haben Schlafstörungen
  • sind antriebslos
  • haben ein schwankendes seelisches Befinden
  • fügen sich Verletzungen zu
  • sind unkonzentriert
  • sind teilnahmslos und ängstlich
  • besitzen wenig Selbstvertrauen
  • leiden an Ess- und Appetitstörung
  • haben Leistungseinbrüche

Angehörige der Betroffenen

Viele Angehörige von Menschen mit Depressionen wollen helfen. Sie geben immer wieder gute Ratschläge und bedrängen dadurch unbewusst die Betroffenen. Gut zureden ist dabei nicht wirklich hilfreich. Dadurch ziehen sie sich noch mehr zurück, um so einer Situation künftig aus dem Weg zu gehen.

Leider ist es so, dass Angehörige die Krankheit oft nicht verstehen. Dadurch wird die Krankheit als solche oft nicht anerkannt. Hier fallen oft Sätze wie – “reiß dich zusammen”, “du willst nur Mitleid” oder “du hast doch alles”. In diesem Fall wird sich der Betroffene erst recht zurückziehen. Es ist auf alle Fälle, für alle Beteiligten eine wirklich schwierige Situation, die jedenfalls professionelle Hilfe benötigt.

Wichtig für Angehörige ist, dass sie nicht aufgeben, sondern den Betroffenen in seinem Tempo unterstützen. So schwer es auch sein mag, ist es das einzige, dass man tun kann. Man sollte für die Person einfach nur da sein, wenn sie Hilfe benötigt oder Redebedarf hat. Der Betroffene braucht das Gefühl, dass er Unterstützung erhält, man aber nichts von ihm erwartet. Von großer Bedeutung ist es übrigens Informationen über das Krankheitsbild zu sammeln und Mitgefühl zeigen.

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Behandlungsmethoden

Es gibt zwar viele Methoden, die man anwenden kann, aber nicht jede ist gleich wirksam. Menschen sind unterschiedlich und daher gibt es kein allgemeingültiges Rezept gegen diese Krankheit. Das allerwichtigste ist zunächst einmal einen Arzt aufzusuchen und mit ihm die Situation zu besprechen. Er wird dann entscheiden, was weiter geschieht.

Die häufigste Therapieform ist eine Kombination aus einem regelmäßigen Besuch beim Psychologen und bestimmten Medikamenten. Es gibt mehrere Präparate die eingenommen werden können. Welches Medikament der Patient erhält, entscheidet sich nach einer Untersuchung, denn die Arzneien haben unterschiedliche Wirkungsbereiche. Auch wie schwer die Erkrankung des Patienten bereits ist, spielt eine wichtige Rolle.

Elementar ist auch regelmäßige Bewegung, die eine therapeutische Maßnahme unterstützt. Durch sie werden Glückshormone ausgeschüttet und der soziale Kontakt erhöht sich. Menschen mit Depressionen sollten auch auf ihre Ernährung achten. Ausgewogene gesunde Nahrung steigert das Wohlbefinden. Sie ist mit Nahrungsergänzung kombinierbar, um den Körper ausreichend zu versorgen.

Arten von Behandlungsmethoden:

  • Stationäre Behandlung
  • Psychotherapie
  • Medikamente
  • Lichttherapie
  • Stimulationsverfahren
  • Bewegung
  • Ernährung
  • Schlafhygiene oder Schlafentzug
  • Meditation

Suizidgefahr

Betroffene fühlen sich hilflos und verzweifelt. Manchmal endet die Verzweiflung jedoch mit einem Selbstmord. Wir haben diese Situation auch schon des Öfteren über die Medien erlebt. Prominente, die dem Anschein nach glücklich waren, hatten Depressionen. Sie haben es nicht mehr geschafft, die Fassade aufrechtzuerhalten und sich das Leben genommen.

Die WHO macht schon seit vielen Jahren darauf aufmerksam, dass Suizid zu den häufigsten Todesursachen zählt. Weltweit nehmen sich etwa 800.000 Menschen selbst das Leben. Eine solche Tat kann natürlich verschiedene Ursachen haben. Doch Depressionen zählen definitiv auch dazu. Hier findet man einige Hinweise und Warnsignale, ob jemand gefährdet ist. Auch eine Hotline vom sozialpsychiatrischen Notdienst sowie von der Seelsorge ist verfügbar.

Hilfe bei einer Depression

In Österreich gibt es viele Organisationen, bei denen man sich informieren und Hilfe suchen kann. Sich Unterstützung holen ist das A und O in so einer Lage. Allein schaffen es die Betroffenen und Angehörigen ab einem gewissen Grad nicht mehr. Wer also denkt, dass er Beistand benötigt, kann sich an verschiedene Stellen wenden.

Zum Beispiel:

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